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25.05.2019, 22:03 Uhr
"Wir müssen wieder Visionen aufzeigen"
Elmar Brok MdEP zu Gast bei der CDU Rheine
Mit Elmar Brok hat die CDU-Stadtunion Rheine am Mittwoch Abend einen wahren Verfechter der Europäischen Union zu Gast gehabt. Brok, der dem EU-Parlament seit fast 40 Jahren angehört, brachte den gut 30 Zuhörern mit viel Witz und Charme die Vorzüge und Notwendigkeit der EU näher, bevor er die Herausforderungen aufzeigte. So habe die EU Deutschland in den vergangenen 70 Jahren Sicherheit, Frieden und Wohlstand gebracht. Dies sei aber keineswegs selbstverständlich.


So brauche die EU eine Art „europäisches FBI“, da Einbrecher, Drogendealer und Terroristen nicht an Grenzen Halt machten. „Und dem, der  glaubt, dass sie sich brav an der Grenzkontrolle anstellen würden, ist auch nicht mehr zu helfen“, machte Brok deutlich. Man müsse also die Zusammenarbeit stärken: „Schon heute sind Razzien zur exakt gleichen Stunde in allen EU-Ländern möglich, das ist ein riesiger Vorteil, reicht aber noch nicht.“ Ein weiterer Vorteil sei die Zusammenarbeit in der Terrorbekämpfung, durch die schon zahlreiche Anschläge auch in Deutschland verhindert worden seien. „Da haben die Briten gerade besonders Angst, im Zukunft aus den geheimdienstlichen Nachrichtenverkehr ausgeschlossen zu sein“, zeigte Brok Folgen des Brexits auf.
Elmar Brok (2.v.l.) begeisterte die Zuhörer mit viel Witz und Charme

„Gemeinsam macht es auch bei der Verteidigung oder der Migration mehr Sinn“, mahnte Brok an. So gäbe es Armeen in der EU mit bis zu 75% Overheadkosten: „Da könnte jedes Unternehmen dicht machen. Da können wir doch besser Ressourcen bündeln.“ Gleiches gelte für den Außengrenzschutz, der dadurch auch deutlich effektiver würde. Dann brachte Brok einen besonders wichtigen Punkt an: „Die Bevölkerung Afrikas wird sich in den nächsten 25 Jahren verdoppeln. Wenn wir denen keine besseren Lebensbedingungen ermöglichen, werden sie kommen. Da hilft uns dann der höchste Zaun nichts.“ Die EU müsse deshalb einen gemeinsam koordinierten Marschallplan für Afrika auf den Weg bringen und die Kräfte aller Staaten bündeln.


Auch auf die wirtschaftlichen Vorteile der EU ging Brok ein: „Wer wie die AFD glaube, ohne Binnenmarkt und offene Grenzen würde sich nichts ändern, lebt in einer anderen Welt.“ So gingen die Briten etwa davon aus, dass bei einem harten Brexit ohne Freihandelsabkommen Staus von 30-40 Kilometer Länge jeden Tag an ihren Grenzen zur Realität würden mit entsprechenden Folgen für die Wirtschaft. „Für unsere Unternehmen würde der Wegfall des Binnenmarktes bedeuten, dass Kunden und Märkte weg sind“, verdeutlichte der Abgeordnete. Dadurch wäre es vorbei mit großen Handelsbilanzüberschüssen, die hierzulande für Wohlstand und fast Vollbeschäftigung sorgen, da das EU-Ausland der größte Handelsmarkt für Deutschland sei. Und auch dem oft kritisierten Bürokratiewahnsinn widersprach Brok: „Früher gab es 28 mal 1000 DIN Normen. Heute sind es noch ein mal 1000.“ So habe die EU insgesamt für deutlich einfacheren Handel gesorgt. Schließlich ging der „Mister Europa“ der CDU auch noch auf Griechenland ein: „Griechenland zahlt seine Kredite zurück und wir würden sogar profitieren, hätten wir mehr Geld verliehen.“ Diese seien nämlich mit 4,6% verzinst, was angesichts der Niedrigzinsphase eigentlich utopisch sei.


Dementsprechend viel Broks Fazit auch deutlich aus: „Die EU kostet uns ein Viertel der Kosten für unsere Bundeswehr. Was wir zahlen entspricht der Höhe unseres BIP und damit unserer Leistung. Dies ist ein so geringer Preis für Sicherheit, Frieden und Wohlstand.“ Die sogenannten Patrioten, die etwas anderes behaupten, seien daher das genaue Gegenteil, nämlich Verräter des eigenen Landes. „Sie versuchen Russland oder Trump zu schmeicheln, die die EU als Bedrohung im globalen Vormachtskampf sehen und sie deswegen zerstören wollen. In Großbritannien und nun auch in Österreich können wir sehen, das dies nur ins Chaos führt. Wir müssen den Menschen wieder eigene Visionen aufzeigen“, bemerkte Brok zum Abschluss.

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