Engagiert und leidenschaftlich für christlich demokratische Werte so lässt sich der Auftritt Wolfgang Bosbachs auf einer Online Veranstaltung der CDU Rheine bezeichnen. "Streit wird oft falsch verstanden", sei für eine Demokratie und ihr Ringen um die besten Konzepte aber sehr wichtig, so der ehemalige Vorsitzende des Innenausschusses des Deutschen Bundestages (2009-2015). Das setze auch voraus, die Themen zu besprechen, die die Menschen berühren und nicht ihnen aus dem Weg zu gehen.
Auf die Frage von Moderator Sascha Drescher (Vorstand CDU Rheine) nach Bosbachs wichtigsten Werten der Union, hob er ihre Orientierung am christlichen Menschenbild hervor. "Der Mensch ist nicht Teil einer Masse oder Klasse, sondern Individuum", unterstrich der ehemalige Bundestagsabgeordnete (bis 2017) aus Bergisch Gladbach. Freiheit und Verantwortung seien daher zwei der zentralsten Werte. Dies bedeute, nicht alles dem Staat oder Politik zu überlassen, sondern durch Engagement Verantwortung für sich selber und die Gesellschaft zu übernehmen - in den Gemeinden, Sportvereinen und vielen anderen Verbänden, die unsere demokratische Gesellschaft mit Leben füllen. So lief Vieles in der Flüchtlingshilfe ab 2015 über gesellschaftliche Initiativen. Auch der Sozialstaat stoße immer wieder an seine Grenzen seiner Leistungsfähigkeit. Kritisch betrachtet Bosbach die Perspektiven im Ehrenamt. Vorstandspositionen, seien heute schwieriger zu besetzen. "Was habe ich davon?", werde oft gefragt. Die Union habe daher die Aufgabe das Ehrenamt zu entlasten und attraktiver zu gestalten, z.B. durch Entbürokratisierungen. Teilnehmerin Michelle Bauma fragt sogleich, wie hier gerade Jugendliche mobilisiert werden könnten. Bosbach regte an, den Fokus mehr auf für junge Menschen ansprechende Themen und Orte entsprechender Veranstaltungen zu legen. Auch die Frage nach der Kanzlerkandidatur der Union von Ewald Winter beantworte Bosbach sehr klar. Selbstverständlich werde jetzt Armin Laschet als Unions Kandidat nach seiner Nominierung voll unterstützt. Dieter Simon wiederum kritisierte Politik schädigendes Verhalten einiger Politiker in den vergangenen Monaten, was es nicht immer leicht mache, neue Leute zu gewinnen. Hierbei stieß auf eine sehr konsequente Ablehnung von egoistischen Verhaltensweisen bei Bosbach, der deutlich machte, dass er einen konsequenten Umgang mit solchen Fällen befürworte.
Abschließend interessierte sich Julian Kutza, Start-Up Gründer, für die Unterstützungen von Initiativen von Jungunternehmern, die motivierend wirken, Neues einfach mal auszuprobieren. Hier nannte Andrea Stullich, CDU Landtagsabgeordnete, entsprechende Förderprogrammen des Landes NRW. Die Förderung von jungen Menschen, die sich mit guten Ideen in der Wirtschaft einbringen sei ebenso eine praktische Umsetzung christlich demokratischer Werte, so Bosbach abschließend. Die knapp 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Veranstaltung zeigten sich am Ende zufrieden über einen kurzweiligen Auftritt des bekannten Unionspolitikers.

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